Neues Buch für Nachwuchsführungskräfte erschienen

Hochschulabgänger werden in der Berufspraxis oft rasch mit Führungsaufgaben betraut, ohne wirklich darauf vorbereitet zu sein. Mit diesem Lehrbuch erwerben Studierende das Handwerkszeug für eine erfolgreiche Führungspraxis. Das schafft Souveränität bei verantwortlichen Aufgaben schon im Studium und in der ersten beruflichen Führungsposition.

Vom Studenten zur erfolgreichen Führungskraft | Seeger / Breyer-Mayländer (Cover)

Erfolgreicher Beitrag auf dem „Ettlinger Kundendialg“ der Fa. Funkinform

Schon seit einigen Jahren arbeiten Prof. Seeger und die Firma Funkinform in Ettlingen erfolgreich im Rahmen einer Hochschulkooperation zusammen.

Seeger beim Ettlinger Kundendialog  (Foto: Prof. Ing. Karl Malik)
Seeger beim Ettlinger Kundendialog
(Foto: Prof. Ing. Karl Malik)

Im Rahmen des Ettlinger Kundendialogs hat nun Prof. Seeger einen Vortrag zum Thema „Appvertisement – Werbung auf mobilen Endgeräten“ gehalten. Dabei ging es im Wesentlichen um die Darstellung von Erfolgsfaktoren beim Einsatz mobiler Werbeformen und auf was die Presseverlage bei der Umsetzung achten müssen.

 

Jetzt schnell anmelden: Zertifikatslehrgang „Media & Sales“

Die Anforderungen an Mediaberater in der Zeitungsbranche werden immer komplexer: Einerseits müssen die Bedürfnisse der Kunden und deren individuelle Wünsche verstanden und in kreative Angebots- und Leistungspakete zusammengestellt und präsentiert werden. Andererseits ist es dabei unabdingbar, dass die Mitarbeiter im Verkauf die Möglichkeiten des eigenen Verlagsportfolios beherrschen, crossmedial denken und argumentieren können.

Gemeinsam mit der Zeitungs-Marketing-Gesellschaft (ZMG) und der Hochschule der Medien hat Seeger Media & Management einen Zertifikatslehrgang konzipiert. Dabei werden alle Aspekte der Mediaberatung, von der Bedeutung des strategischen Marketing, über Markt- und Medienforschung und New Media genauso berücksichtigt, wie die eigentliche Verkaufskommunikation oder die Bedeutung der Anzeigengestaltung, sowie rechtliche Fragestellungen behandelt. Die Inhalte werden aber nicht nur theoretisch vermittelt, sondern sollen in praktischen Modulen als Projekte verlagsindividuell umgesetzt werden. Dies gewährleistet einen starken Praxisbezug und bietet einen sofort umsetzbaren Mehrwert. Den Teilnehmern wird so die Angst vor Neuem genommen und sie können außerhalb des Alltags ihre Potenziale entfalten.

Hier ist der komplette Ausschreibungstext zum Download:

Zertifikatslehrgang_Seeger_2013_2014

Key Account Management – zentrales Thema in internationalem Projekt

Auch internationale Medienunternehmen entdecken den Wert der gezielten Ansprache von Schlüsselkunden für sich. Gemeinsam mit der Ammerseeakademie hat Prof. Christof Seeger von Seeger Media & Management in Italien ein Projekt in einem Multimedia-Unternehmen durchgeführt. „Die Problematik ist überall ähnlich“, meint Seeger, „die Medienunternehmen haben erkannt, dass sie die Kundenansprache und -segmentierung auf eine moderne Grundlage stellen müssen“.

Seit einigen Jahren schon zeigt der Trend, vor allem in der Zeitungsbranche unabweichlich nach unten. Von der einstigen sichere Finanzierungsquelle mit einem Anteil von ehemals über 2/3, dem Anzeigenmarkt ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ganze Märkte sind ins Internet abgewandert und die Preispolitik der Medienhäuser führt dazu, dass sich vor allem die regionalen und lokalen Kunden die Werbung in Zeitungen nicht mehr leisten können.

Die optimierte Ansprache von Kunden und die intensive Betreuung von Schlüsselkunden kann dabei ein Baustein sein, um die Erosionen der Märkte zu verlangsamen.

Prof. Christof Seeger spricht zu digitalen Geschäftsmodellen der Presseverlage

Der Verband Druck und Medien Baden-Württemberg hat am 8. November 2012 zum 2. Infotag geladen und konnte über 70 Teilnehmer begrüßen.
Auf das Publikum wartete ein gelungener Mix aus acht spannenden Vorträgen rund um das Thema E-Medien. In seiner Keynote über Multi-Channel-Publishing erläuterte Bernhard Niemela, Chefredakteur des Fachmagazins „Deutscher Drucker“: „Kommunikation findet auf verschiedenen Kanälen parallel statt: wir leben längst schon in einer Multi-Channel-Gesellschaft.“ Print besteht mit seiner höheren Wertigkeit ganz hervorragend neben Digitalmedien: Parallel zum Printmagazin gibt es eine Deutscher-Drucker-App, die Internetseite print.de mit einem Newsletter und einer Facebook-Fanpage.

Der Schweizer Haeme Ulrich zog nach 2 Jahren Tablepublishing eine Bilanz. Gemäß dem Gartner-Hypezyklus sei der „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ bereits hinter uns und wir würden uns gerade aus dem „Tal der Enttäuschungen“ heraus zum „Plateau der Produktivität“ arbeiten. Nach den Erfahrungen von Haeme Ulrich wird im Tabletpublishing aktuell weniger mit Magazinen, sondern vorwiegend mit Verkaufsunterlagen und Corporate Publishing Geld verdient. Sein Erfolgsrezept: Standard-Software mit Web-Services kombinieren: In einer Live-Demo zeigte er, wie sich in der Digital Publishing Suite von InDesign Web-Inhalte einbauen lassen: Bestellformularen mit integrierter Zahlungsoption – sozusagen ein „Mini“-Shop. Sein Apell: Nutzen Sie die Möglichkeiten des Tabletpublishings – sorgen Sie beim Kunden für „glückliche Finger“!

Prof. Christof Seeger beim Infotag E-Medien
(Fotograf: Kai Schlender, München)

Professor Christof Seeger referierte über digitale Geschäftsmodelle in Presseverlagen. Etwas, das mehrere hundert Jahre gut funktionierte, gerät heute immer mehr unter Druck. Mit Web 2.0 ist der Journalist kein „Gatekeeper“ von Informationen mehr und die Attraktivität für potenzielle Werbekunden geht zurück. Licht am Ende des Tunnels sind digitale Vermarktungsformen mit unterschiedlichen Bezahlmodellen. Ein differenziertes Angebot für unterschiedliche Zielgruppen – so sollte die Strategie heute aussehen.

Mehr Infos zum Info-Tag E-Medien sowie PDFs der Präsentationen unter:
http://www.verband-druck-bw.de/veranstaltungen-termine/nachlese-2/2-infotag-e-medien/

APPvertisement – Forschungsprojekt gestartet

Die Pressebranche ist noch immer auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen für digitale Märkte. Im Fokus stehen derzeit Innovationen und Möglichkeiten für mobile Endgeräte. Gemeinsam mit der WAN-IFRA hat Professor Christof Seeger und einer Gruppe von Studierenden der Hochschule der Medien nun ein Projekt gestartet, welches sich mit Werbeformen auf mobilen Endgeräten befasst. „Es geht zunächst darum, die unterschiedlichsten Angebote zu klassifzieren und zu ordnen“, beschreibt Seeger die gesetzte Zielstellung. Dabei handele es sich aber erst um den ersten Schritt. „Werbeformen werden sich an die Besonderheiten der mobilen Endgeräte anpassen und Presseverlage müssen eine intelligente Verknüpfung zwischen dem redaktionellen Inhalt und den Bedürfnissen der Werbewirtschaft finden“, ist der Professor überzeugt.

An der Hochschule der Medien exisitert seit einem Jahr das so genannte ADEC (App Design- und Entwicklungscenter) an dem die Auswirkungen der Mobiligitalisierung aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht werden.

Mehr Infos unter: http://www.hdm-stuttgart.de/ppm/forschung

Lösungshilfen für Führungskräfte – Kooperation mit business-wissen.de

Im Masterstudiengang Print & Publishing an der Hochschule der Medien (HdM) werden Führungsnachwuchskräfte für Medienunternehmen ausgebildet. Gemeinsam mit dem Online-Portal für Business- und Managementthemen, business-wissen.de, werden die Seminarergebnisse nun als Dossiers in den kommenden Monaten veröffentlicht.

Prof. Christof Seeger, der an der HdM u.a. Personalführung lehrt, freut sich, dass die Ergebnisse der studentischen Arbeiten auf das Interesse von Dr. Jürgen Fleig, Geschäftsführer und Chefredakteur von business-wissen.de gestoßen sind.

„Wir haben mit den Masterstudenten unterschiedliche Themenkomplexe aus der Personalführung bearbeitet und mit Checklisten und Arbeitsvorlagen angereichert, so dass ein  sehr praktischer Nutzen entsteht“, erklärt Seeger. Dabei ginge es vor allem auch um den Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse in gut verständlicher Form aufzubereiten und dem Leser einen praktischen Mehrwert zu vermitteln.

Seit 12 Jahren existiert nun schon die Online-Plattform business-wissen.de und hat sich mit über 300.000 Seitenaufrufen im Monat längst bei Führungskräften und Managern als praktischer Helfer in Alltagsfragen der Personalführung und Organisation etabliert. Der Inhalt ist in den letzten Jahren mit vielen Tausend Fachartikeln und Lösungshilfen stetig gewachsen und wird es auch weiter tun.

„Ich habe mich sehr gefreut, als Prof. Seeger die Texte zur Veröffentlichung angeboten hat, denn sie ergänzen sehr gut unser Angebot“, bekräftigt Jürgen Fleig die Kooperation.

Nach einer gestalterischen Anpassung an das Corporate Design von business-wissen.de werden in den kommenden Monaten weitere Lösungshilfen veröffentlicht.

Der Anfang ist mit dem Themenbereich „Verantwortung des Unternehmens“ gemacht und kann ab sofort unter http://www.business-wissen.de/handbuch/verantwortung-des-unternehmens/ heruntergeladen werden.

Änderungen im Corporate Publishing durch digitale Medien

Im unternehmerischen Alltag gehören der Umgang mit Informationen und die gezielte Kommunikation mittlerweile zu einer strategischen Aufgabe. Aus Sicht des Unternehmens sind zentrale Aufgaben der Kommunikation in Richtung bestehender Kunden oder interessanter Zielgruppen zu formulieren, die über das vorhandene Leistungsportfolio informiert und von der unternehmerischen Leistungsfähigkeit überzeugt werden sollen. Dabei ist die Kommunikation an sich durch das veränderte Mediennutzungsverhalten der Rezipienten einerseits und durch die technischen Möglichkeiten andererseits starken Veränderungen unterworfen.

Die Bedeutung der Kommunikation mit weiteren Bezugsgruppen nimmt zu: Wie wird das Unternehmen in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Welches Image hat das Unternehmen? Mit welchen Werten wird die Marke assoziiert?

Die Kernfragen bei der Kommunikation mit dem Kunden können dabei in drei wesentlichen Punkten zusammengefasst werden:

  •  Schaffung von Identität
    Die Schaffung einer Markenidentität zum Aufbau von gewünschten Markenassoziationen, wie Vertrauen oder Kompetenz.
  • Beziehungsmanagement
    Die Koordination von Kundenbeziehungen und die Aufrechterhaltung von Nähe.
  • Informationsmanagement
    Gezielte Informationen an interessierte Zielgruppen kommunizieren.

Während bis vor wenigen Jahren die Abteilung Unternehmenskommunikation fast ausschließlich über die etablierten Massenmedien, in der Hauptsache Tageszeitungen, die Öffentlichkeit mit Informationen bediente, spricht man heute eher vom Corporate Publishing als eine ganzheitliche Form der Kommunikation. Das heißt, ein Unternehmen ist heute nicht mehr nur von den Wirtschaftsredaktionen der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage abhängig sondern verfügt über eine reichhaltige Auswahl an kommunikativen Werkzeugen, die je nach unternehmerischer Zielrichtung, unterschiedlich eingesetzt werden.

Veränderung in der Mediennutzung

Noch vor wenigen Jahren ist man in der Mediennutzungsforschung davon ausgegangen, dass die maximale tägliche Nutzungszeit von Medien 5 bis 6 Stunden nicht überschreiten würde. Ergebnisse aus aktuellen Studien zeigen allerdings eine Nutzungszeit von 9 bis 10 Stunden. Vor allem das Internet und zunehmende mobile Nutzung von Internetzugängen zeigen starke Wachstumstendenzen.

Durch das ausgeweitete mediale Angebot rückt die Aufmerksamkeit der Rezipienten zunehmend in das Interesse der Forschung. Da sich die verfügbare Zeit der Rezipienten nicht verlängern kann sind vor allem die Auswahlkriterien, die zur Beschäftigung mit dem jeweiligen Medienkanal führen, von Bedeutung. Dieser individuelle Kosten-/Nutzenvergleich wird als Aufmerksamkeitsökonomie bezeichnet.

Jeder Medienkanal weist ein eigenes Profil auf und aus Rezipientensicht werden spezifische Erwartungen an diesen Kanal gestellt.

  • Von gedruckten Medien wird generell erwartet, dass sie in glaubwürdiger Weise informieren. Hier ist es zudem möglich auch komplexe Sachverhalte darzustellen, Hintergründe zu beleuchten und eine hohe Serviceorientierung zu bieten.
  • Klassische elektronische Medien wie Fernsehen oder Radio dienen beim Rezipienten eher als Unterhaltungsmedium mit starken Tendenzen zur Parasozialität oder Eskapismus. Also der Schaffung einer künstlichen sozialen Nähe oder um der Alltagssituation zu entfliehen. Sie werden immer häufiger als Parallelmedium genutzt, da die Mediennutzung dieser Kanäle keine uneingeschränkte Aufmerksamkeit erfordert.
  • Internet ist ein Medienkanal, der bei der Nutzung Spaß machen soll. Wobei Spaß an dieser Stelle nicht mit Klamauk gleichzusetzen ist. Spaß ist die Bereitschaft, sich mit diesem Medienkanal aktiv und wiederholt auseinandersetzen zu wollen. Vor allem die Interaktivität durch die Funktionen des Web 2.0 ist hierbei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Möglichkeiten für das Corporate Publishing

Dem Corporate-Publishing stehen heute eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten zur Verfügung.

Klassischerweise sind an dieser Stelle Kundenmagazine zu nennen, Newsletter oder Direct-Mails, bis hin zu Veranstaltungen.

Im digitalen Umfeld werden die traditionellen Kanäle noch ergänzt durch beispielsweise Corporate-Blogs. Allgemein sind Weblogs öffentliche Tagebücher im Internet. Wir kennen vor allem Blogs die persönliche oder private Geschichten und Anekdoten enthalten, aber auch viele von Journalisten betriebene Blogs, die sich mit Wirtschaft, Politik oder allgemeinem Weltgeschehen auseinandersetzen.

Von einem Corporate Blog spricht man immer dann, wenn ein Unternehmen als Herausgeber des Blogs auftaucht und dies auch ganz klar ersichtlich ist. Das Blog dient in diesem Falle als Kommunikationsmittel des Unternehmens nach außen, aber auch nach innen. Inhaltlich und thematisch stehen hier ganz klar das Unternehmen selbst und seine Produkte im Vordergrund. Diese Art von Blogs sind eindeutig Teil des Marketinginstrumentariums und werden dementsprechend gezielt eingesetzt.

Meistens haben Corporate Blogs eine Image-, Thematisierungs- und Informationsfunktion. Man kann zwischen Service-, Kampagnen- und Produktblogs unterscheiden.

Die Blogs bieten hier eine Kommunikationsplattform für Fragen, Anregungen und Feedback und binden somit alle Unternehmensinteressen in die Geschäftsgeschehnisse mit ein.

Weitere Formen wie Twitter-Kanäle oder Facebook-Seiten runden das Instrumentarium an dieser Stelle ab.

Fazit

Die große Herausforderung eines Unternehmens aus Sicht der Kundenansprache bei geändertem Mediennutzungsverhalten ist demnach eine klare Kommunikationsstrategie. Also was möchte man kommunizieren? Danach lässt sich der Einsatz der vorhandenen Medienkanäle am besten steuern. Hierin liegt die größte Herausforderung. Die Medienkanäle müssen in ihrer Funktions- und Wirkungsweise vom Unternehmen verstanden sein, um daraus eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie zu realisieren. Der Hauptfehler kann mit „Trial & Error“-Versuchen begangen werden. Sobald ein Rezipient gelangweilt oder nicht richtig angesprochen wird nimmt die Nutzungsbereitschaft auf allen Medienkanälen rapide ab. In elektronischen Medien ist dies sogar noch häufiger zu beobachten. Als Beispiel sei hier der „Ignorieren“-Knopf in Facebook erwähnt.

In der modernen Kommunikationsforschung etabliert sich deshalb immer stärker eine Disziplin des Kommunikationscontrollings. Wer sich näher mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem sei die Lektüre von Artikeln von Prof. Dr. Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig empfohlen, der viele Untersuchungen von der Medienresonanzanalyse bis hin zur Reputationsmessung veröffentlicht hat.

Im Grunde geht es darum einerseits eine optimierte Kundenansprache durch den richtigen Mix der vorhandenen Kommunikationskanäle zu erreichen und andererseits diese Maßnahmen vor einem vertretbaren Hintergrund zu betreiben.

DRUPA 2012 – das war´s !

Betrachtet man Veranstaltungen im Laufe der Zeit, kann man verschiedene Phasen feststellen. Die schönste Phase ist immer die, wenn etwas wächst und größer wird. Das ist bei Messen nicht anders. Die Druckindustrie hatte über 60 Jahre mit der DRUPA ein solches Flaggschiff im Veranstaltungskalender.

Eine ganze Branche hat sich immer im 5-Jahres-Rhythmus auf Düsseldorf gefreut, auf überbuchte Hotels, das Alt-Bier in der Innenstadt und natürlich auf die Fachinformarmationen. Aus der ganzen Welt ist man angereist und hat die Giganten der Druckmaschinenhersteller bestaunt, die gleich ganze Hallen gefüllt haben. Die deutschen Maschinenhersteller haben nicht gekleckert. Innovationen in den Herstellungsprozessen, Qualitätssicherung und Produktivitätssteigerungen haben lange die Themenliste dominiert.

Das Gesicht der DRUPA wird sich verändern. (Foto: Messe Duesseldorf, Constanze Tillmann. )

Mal ganz davon abgesehen, dass der Besucher überschüttet wurde von Postern und Plakaten, die kilometerweise über das Messegelände geschleppt wurden, um an den heimischen Wänden später Verwendung zu finden. (Ein echtes DRUPA Plakat erkennt man übrigens and den niemals abgeschnittenen Sponsorenlogos und Druckmarken.)

Alles in allem also ein Event, der über Dekaden hinweg schon dem Branchennachwuchs in der Ausbildung als ein „Muss“ kommuniziert wurde.

DRUPA 2012 ist allerdings anders. Es bleiben zunächst die gigantischen Ausmaße. In 19 Hallen haben sich 1.850 Aussteller präsentiert. Allerdings waren zur Halbzeit 20 Prozent weniger Besucher zu verzeichnen! Kein Wunder also, dass man beim eigenen Messebesuch teilweise das Gefühl hatte in „leeren“ Hallen zu stehen. Das typische DRUPA-Gedränge kam kaum auf. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens die richtigen Besucher aus Sicht der Unternehmen auf der Messe gewesen sind. Die Postersammler hatten diesesmal sowieso nur noch wenige Möglichkeiten sich mit begehrten Motiven einzudecken und den Verkäufern ist ein Messebesucher mit Entscheidungskompetenz ohnehin lieber. Auch wenn die meisten Verkaufsgespräche und Projekte schon vor der DRUPA abgeschlossen und nur noch die Unterschrift und das Foto auf der Messe relevant sind.

Eines hat die DRUPA 2012 aber gezeigt: Den Wandel in der Branche. Druck und Papier werden immer mehr von digitalen Lösungen bedrängt, dabei sind die vielen unzähligen spezialisierten Lösungen kaum mehr überschaubar. Was ist das für eine Branche, die auf der einen Seite organische Substanzen verdruckt oder elektronische Leiterbahnen aufbringen kann und sich auf der anderen Seite mit Aufwicklung von Hygienepapieren beschäftigt?

Hinzu kommt die Beobachtung, dass die deutschen Unternehmen eine zunehmend kleinere Rolle spielen. Hat man früher noch asiatische Hersteller wie Ryobi, Komori und andere belächelt. Heute ist der Stand von manroland nicht annähernd so groß wie der der asiatischen Wettbewerber. Ein indischer Besucher berichtet sogar folgendes: „Wir haben in Asien nicht nur die wachsenden Märkte sondern auch die notwendige Technologie, das einzige was wir noch nicht können, ist mehrere hunderttausend Menschen über einen Messezeitraum zu versorgen und eine angenehme Infrastruktur bereitzustellen.“ In vier bis fünf Jahren sei dies aber kein Thema mehr, fährt der Geschäftsmann fort. Die Asiaten bräuchten dann keine Messe mehr in Düsseldorf.

Die Frage ist, ob das Konzept der DRUPA in dieser Form weiterhin Bestand haben wird. Die DRUPA muss sich radikal verändern: Kleiner werden, zielgruppenspezifischer. Die Veranstalter werden sich an den Gedanken gewöhnen müssen, das Konzept der DRUPA zu verändern und eine modernere Form zu schaffen. In der bestehenden Form wird diese Messe keine Zukunft haben.