Prof. Christof Seeger spricht zu digitalen Geschäftsmodellen der Presseverlage

Der Verband Druck und Medien Baden-Württemberg hat am 8. November 2012 zum 2. Infotag geladen und konnte über 70 Teilnehmer begrüßen.
Auf das Publikum wartete ein gelungener Mix aus acht spannenden Vorträgen rund um das Thema E-Medien. In seiner Keynote über Multi-Channel-Publishing erläuterte Bernhard Niemela, Chefredakteur des Fachmagazins „Deutscher Drucker“: „Kommunikation findet auf verschiedenen Kanälen parallel statt: wir leben längst schon in einer Multi-Channel-Gesellschaft.“ Print besteht mit seiner höheren Wertigkeit ganz hervorragend neben Digitalmedien: Parallel zum Printmagazin gibt es eine Deutscher-Drucker-App, die Internetseite print.de mit einem Newsletter und einer Facebook-Fanpage.

Der Schweizer Haeme Ulrich zog nach 2 Jahren Tablepublishing eine Bilanz. Gemäß dem Gartner-Hypezyklus sei der „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ bereits hinter uns und wir würden uns gerade aus dem „Tal der Enttäuschungen“ heraus zum „Plateau der Produktivität“ arbeiten. Nach den Erfahrungen von Haeme Ulrich wird im Tabletpublishing aktuell weniger mit Magazinen, sondern vorwiegend mit Verkaufsunterlagen und Corporate Publishing Geld verdient. Sein Erfolgsrezept: Standard-Software mit Web-Services kombinieren: In einer Live-Demo zeigte er, wie sich in der Digital Publishing Suite von InDesign Web-Inhalte einbauen lassen: Bestellformularen mit integrierter Zahlungsoption – sozusagen ein „Mini“-Shop. Sein Apell: Nutzen Sie die Möglichkeiten des Tabletpublishings – sorgen Sie beim Kunden für „glückliche Finger“!

Prof. Christof Seeger beim Infotag E-Medien
(Fotograf: Kai Schlender, München)

Professor Christof Seeger referierte über digitale Geschäftsmodelle in Presseverlagen. Etwas, das mehrere hundert Jahre gut funktionierte, gerät heute immer mehr unter Druck. Mit Web 2.0 ist der Journalist kein „Gatekeeper“ von Informationen mehr und die Attraktivität für potenzielle Werbekunden geht zurück. Licht am Ende des Tunnels sind digitale Vermarktungsformen mit unterschiedlichen Bezahlmodellen. Ein differenziertes Angebot für unterschiedliche Zielgruppen – so sollte die Strategie heute aussehen.

Mehr Infos zum Info-Tag E-Medien sowie PDFs der Präsentationen unter:
http://www.verband-druck-bw.de/veranstaltungen-termine/nachlese-2/2-infotag-e-medien/